Mitten drin!

Wieviele Aufnahmen?

Der einfachste Weg zum fertigen Panoramabild besteht darin, eine der dafür spezialisierten Kameras zu benutzen, die mit mehreren Linsen eine einzelne Aufnahme machen und eine komplette Bilddatei liefern.

Der andere Weg erfordert 2 Schritte: Sie machen zuerst mehrere Aufnahmen mit einer konventionellen Kamera auf einem Stativ mit einem speziellem mehrfach drehbaren Panorama-Kopf. Anschließend montieren Sie diese Einzelaufnahmen mit einer speziellen Software zusammen.

Einzelaufnahme

Erst in den letzten Jahren wurden eine Reihe von One-Shot-Panoramakameras herausgebracht, die mehrere dicht zusammengepackte rundum angeordnete Einzelkameras enthalten.

Der große Vorteil: Sie lösen nur eine einzelne Aufnahme aus, normalerweise per Smartphone, das hier als Fernsteuerung dient. Sie brauchen sich nicht um bewegte Objekte kümmern, und Sie müssen nicht von Hand stitchen (s. u.).

Auf der anderen Seite ist die Auflösung des Ergebnisbildes begrenzt durch die Summe der Bilder der eingebauten Kameras. Außerdem sorgen die Distanzen zwischen den Objektiven für eine gewisse Parallaxe, was ungünstig bei Nahaufnahmen ist.

Praktisch alle One-Shot-Kameras produzieren Standbilder und Videos, z. T. mit unterschiedlicher Auflösung. Es gibt leichte und schwere Lösungen; das gilt für das Gewicht, aber auch für den Preis.

Ein paar aktuelle Namen:
Ricoh Theta S, Kodak SP360 4K, Gear 360, Nikon KeyMission 360 4K.
Natürlich ist diese Aufzählung unvollständig.

Einen guten Arikel mit Kamera-Vergleichen (auf englisch) finden Sie auf der Immersive Blog -Website.

Mehrfachaufnahmen:
Fotografieren + Stitchen

Traditionell werden Panos mit einer "normalen" Kamera aufgenommen. Diese ist auf ein Stativ mit einem speziellen verstellbaren Pano-Kopf montiert. Für den Aufbau und das Bewegen der Kamerapositionen vergeht etwas Zeit. Aber mit einem gewissen Aufwand erhalten Sie ein Panoramabild mit einer beachtlichen Auflösung.

Tipps für das Fotografieren im Allgemeinen und auch für Panorama-Bilder im Besonderen gibt es natürlich überall. Ich habe daher an dieser Stelle ein paar Hinweise aus der Praxis zusammengetragen, die ich entweder für besonders wichtig halte oder die noch weniger bekannt sind.

Die Qualität von Panorama-Bildern entscheidet sich in den beiden Herstellungsphasen: Bei der Aufnahme mit der Digitalkamera und anschließend beim Zusammenfügen der Einzelbilder am Computer ("Stitchen").


1. Fotografieren:

Marktübliche Kameras haben Brennweiten von 35 mm, 28 mm oder 24 mm (Kleinbild-Vergleichswert), was einem Horizontalwinkel von ca. 53°, 64° bzw. 74° entspricht. Aktuell verwende ich eine Kamera mit 24 mm-Objektiv, das 20 Einzelaufnahmen für ein voll-sphärisches Panorama benötigt. Mit kürzeren Brennweiten brauchen Sie weniger Aufnahmen, erhalten aber eine geringere Auflösung.

Bei der Bilderserie für ein Panorama sollten die Belichtungseinstellungen und der Weißabgleich für alle Einzelaufnahmen auf gleiche Werte gesetzt werden. Falls Ihre Kamera manuelle Einstellunen unterstützt, sollten Sie Blende, Verschlusszeit und Weißabgleich auf einen Bildausschnitt von mittlerer Helligkeit einstellen.

Insbesondere wenn nahe Objekte ins Bild kommen, ist es wichtig, dass der Aufnahmestandpunkt für alle Bilder gleich bleibt. Wer ein Stativ und dazu einen Panoramakopf zur Verfügung hat, sollte es benutzen. (Haben Sie vielleicht immer eines dabei?)

Eine leicht schräg positionierte Kamera oder unterschiedlich breite Überlappungen zwischen den Einzelbildern sind nicht kritisch und können durch einen guten Stitcher ausgeglichen werden (s. u.).

Beachten Sie bei den Aufnahmen den Horizont. Das ist z. B. das Meer, die ebene Landschaft in der Ferne oder die Augen von Menschen, die auf gleicher Höhe stehen. Der Horizont sollte nicht nur immer auf gleicher Höhe, sondern idealerweise auch in der Mitte jedes einzelnen Bildes liegen. Wenn dabei (meist oben) zuviel abgeschnitten wird, ziehen Sie eine Serie von Hochformat-Bildern in Erwägung.


2. Stitchen:

Denken Sie daran, Panorado ist ein Bildbetrachter, kein Stitching-Programm! Sie werden ein solches brauchen, wenn Sie selbst Panoramen herstellen möchten.

Machen Sie sich eins zur Gewohnheit: "Retten" Sie vor der Verarbeitung die Originalbilder! Entweder auf ein Backup-Medium, oder wenigstens auf einen schreibgeschützten Festplatten-Ordner. So können Sie notfalls immer wieder darauf zurückgreifen.

Die Bilder sollten vor dem Stitchen auf der Festplatte liegen, da diese einen schnelleren Zugriff erlaubt als der Speicherchip bzw. die Kamera. Legen Sie am besten einen Arbeitsordner an, der die Einzelbilder aus der Kamera, ggfs. die Projektdatei der Stitching-Software und schließlich das fertige Panoramabild enthält. Zum Kopieren von Bildern zwischen Ordnern können Sie auf die Bildverwaltungs-Fähigkeiten der Panorado-App zurückgreifen.

Wichtig ist natürlich eine gute Stitching-Software. (Ein paar Verweise finden Sie auf der Links-Seite).

Persönlich verwende ich PTGui, welches ursprünglich auf den legendären Panorama Tools aufbaute. PTGui ist ein anspruchsvolles Programm mit gut durchdachter Oberfläche und perfektem mathematischem Hintergrund, mit einer Kombination aus Automatik und manueller Bearbeitung. Es erfordert allerdings eine gewisse Einarbeitungszeit. Wenn Sie ein Projekt komplett eingerichtet haben, können Sie das eigentliche Stitchen an einen Batch-Job übergeben. Das dauert ein paar Minuten, ist aber kein Übernacht-Job mehr. Der Stitcher rechnet mit der vollen Leistung aller verfügbarer CPUs und GPUs.

Nach dem Stitchen ist praktisch immer noch die Nachbearbeitung mit einem Bildbearbeitungsprogramm erforderlich - da hat jeder sein Lieblingswerkzeug. Weniger gelungene Übergänge können etwas angepasst werden, ein paar Pflastersteine und ein Stück Himmel ist nachzumalen, anhand des Histogramms lässt sich sicher auch noch die Helligkeitsverteilung verbessern, Sie können ein paar beschreibende Metadaten hinzufügen.

Falls der Stitcher die Auflösung der Originalbilder noch nicht reduziert hat, können Sie normalerweise die Bildgröße (ich spreche von Pixeln, nicht von der Dateigröße!) ohne sichtbaren Qualitätsverlust auf ca. 70% verkleinern.

Speicherbedarf

Im Übrigen sollten Sie sich den Speicherbedarf großer Bilder vor Augen führen:

Für ein Bild von 10.000 x 5.000 Pixeln, das als JPEG-Datei vielleicht 20 MB groß ist, beansprucht ein Viewer-Programm wie Panorado im PC-Speicher ca. 200 MB, plus reichlich weiteren Speicher zum "Rangieren". Noch viel anspruchsvoller sind Stitching-Programme (64-Bit-Version, falls verfügbar!).

Also wundern Sie sich nicht, wenn Ihr schneller Computer beim Laden richtig großer Bilder etwas Zeit braucht!